Ferienwohnung Toskana Logo
Parkplätze in Pisa

Santa Maria della Spina Pisa – Das gotische Juwel am Arno

Wer Pisa besucht, denkt zuerst an den Schiefen Turm. Doch wer die Stadt wirklich kennenlernen möchte, sollte den Weg vom Campo dei Miracoli hinunter zum Arno nehmen – und dort, am Lungarno Gambacorti, auf ein Bauwerk stoßen, das viele Kenner für das schönste gotische Kleinod Italiens halten: die Santa Maria della Spina. Die Kirche ist winzig – kaum größer als eine Kapelle – und doch ist ihre Fassade eines der dichtesten und raffiniertesten Beispiele gotischer Skulptur, die das Mittelalter hinterlassen hat. Spitzen, Wimperge, Tabernakel, Rosetten, Maßwerk und Statuen der bedeutendsten Pisaner Bildhauer des 14. Jahrhunderts – Giovanni Pisano, Andrea Pisano, Nino Pisano, Lupo di Francesco – bedecken jeden Zentimeter der weißen Carrara-Marmorfassade. Die Kirche steht unmittelbar am Flussufer, als wäre sie aus dem Wasser gewachsen; bei ruhigem Wasser spiegelt sie sich im Arno und wirkt wie ein Märchenschloss im Miniaturformat. Die englische Reiseschriftstellerin Marguerite Blessington soll 1839 zu ihrem Mann gesagt haben: „Bitte, Liebling, kauf mir dieses schöne kleine Objekt und lass uns es mitnehmen – ich würde es gerne in unseren Garten stellen." Wer die Santa Maria della Spina einmal gesehen hat, versteht diesen Satz sofort.

Pisa entdecken – Touren mit Santa Maria della Spina:

*Affiliate-Links – du zahlst keinen Aufpreis.
Hinweis: Der Eintritt in Santa Maria della Spina ist frei (Spende willkommen).

Überblick & Bedeutung 

InfoDetails
TypKommunale Kirche / Ausstellungsraum (kein aktiver Gottesdienst)
AdresseLungarno Gambacorti 50, 56125 Pisa
TrägerComune di Pisa (Stadtgemeinde Pisa)
Baujahr1230 (Oratorium); Erweiterung ab 1322/1325
StilPisaner Gotik (Pisan Gothic)
MaßeCa. 23 × 9 m (Grundfläche); Höhe ca. 14 m
MaterialWeißer Carrara-Marmor, polychrome Marmorstreifen
ÖffnungszeitenUnregelmäßig – Mo–Sa ca. 10:00–17:00 Uhr; Sonntags geschlossen; bitte vorab prüfen
EintrittFREI (Spende willkommen)
Empfohlene Besuchsdauer20–30 Minuten (Außen); 30–45 Minuten (inkl. Innen)
Beste BesuchszeitFrüh morgens (Licht von Osten auf Südfassade); Abends (Flutlicht)
BarrierefreiheitRampe am Eingang vorhanden
OriginalstatuenSeit 1996 im Museo Nazionale di San Matteo (Kopien an der Kirche)
Koordinaten43°42′55″N 10°23′47″E

Die Santa Maria della Spina nimmt in der Geschichte der europäischen Gotik eine einzigartige Stellung ein: Sie ist das vollständigste erhaltene Beispiel der Pisaner Gotik – eines Stils, der die französische Hochgotik mit der toskanischen Skulpturtradition der Pisano-Familie verbindet und dabei eine Dichte und Qualität der Bildhauerarbeit erreicht, die in dieser Konzentration auf so kleiner Fläche einmalig ist. Die Kirche ist kein großes Bauwerk – sie ist ein Schmuckstück. Und wie alle Schmuckstücke entfaltet sie ihre Wirkung erst beim genauen Hinschauen: Wer sich die Zeit nimmt, die Fassade Zentimeter für Zentimeter zu studieren, entdeckt eine Welt aus Aposteln, Engeln, Madonnen, Evangelistensymbolen und ornamentalen Details, die von den bedeutendsten Bildhauern des frühen 14. Jahrhunderts geschaffen wurden.

Überblick: Was die Santa Maria della Spina bietet

  • Vollständigstes Beispiel der Pisaner Gotik – dichter als jede andere Kirche des Stils
  • Skulpturen von Giovanni Pisano, Andrea Pisano, Nino Pisano, Lupo di Francesco und Giovanni di Balduccio
  • Innen: Madonna della Rosa von Andrea und Nino Pisano – eines der Hauptwerke der gotischen Skulptur Italiens
  • Spektakuläre Lage direkt am Arno – Spiegelung im Wasser bei ruhigem Wetter
  • Eintritt frei – einer der wenigen Orte in Pisa ohne Warteschlange
  • Ideale Ergänzung zum Piazza-dei-Miracoli-Besuch: 15 Gehminuten entfernt
  • Abends flutbeleuchtet – eines der schönsten Nachtmotive Pisas

Geschichte

Das Oratorium Santa Maria di Pontenovo (ab 1230)
Die Geschichte der Santa Maria della Spina beginnt mit einer Brücke, die es nicht mehr gibt. Das Oratorium Santa Maria di Pontenovo – „Heilige Maria von der neuen Brücke" – wurde um 1230 von der wohlhabenden Familie Gualandi errichtet, wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Bau der Ponte Nuovo (1182), die den Lungarno mit der Via Sant'Antonio verband und im 15. Jahrhundert einstürzte, ohne je wieder aufgebaut zu werden. Das ursprüngliche Bauwerk war eine schlichte Loggia, nach Süden zum Fluss hin offen und mit einem Satteldach gedeckt – ein Oratorium für Seeleute und Reisende, die vor ihrer Abfahrt oder nach ihrer Rückkehr beteten. Die Lage direkt am Flussufer, fast auf Höhe des Wasserspiegels, machte das Gebäude von Anfang an anfällig für Überschwemmungen – ein Problem, das die gesamte Geschichte der Kirche begleiten sollte.

Die gotische Erweiterung und die Dornreliquie (1322–1333)
Ab 1322 begannen umfangreiche Erweiterungsarbeiten, die das schlichte Oratorium in das gotische Meisterwerk verwandelten, das wir heute kennen. Die Bauleitung wird Lupo di Francesco zugeschrieben; an der skulpturalen Ausgestaltung waren Andrea Pisano, sein Sohn Nino Pisano, Giovanni di Balduccio und Werkstätten von Giovanni Pisano beteiligt. 1333 erhielt die Kirche ihren heutigen Namen: Ein wohlhabender Kaufmann hatte der Familie Longhi eine Reliquie vermacht – einen Dorn aus der Dornenkrone Christi – die anschließend dem kleinen Oratorium gestiftet wurde. Die Kirche wurde fortan Santa Maria della Spina genannt – „Heilige Maria vom Dorn". Die Anwesenheit der Reliquie erhöhte den Status der Kirche erheblich und rechtfertigte die aufwändige künstlerische Ausgestaltung, die in den folgenden Jahrzehnten fortgesetzt wurde. Die Dornreliquie befindet sich heute nicht mehr in der Spina, sondern in der Chiesa di Santa Chiara an der Via Roma.

Verwaltung, Verfall und die Frage der Zuständigkeit (17.–19. Jh.)
Die Santa Maria della Spina war seit ihrer Gründung im Besitz der Stadtgemeinde Pisa – eine Ausnahme unter den Pisaner Kirchen, die meist kirchlichem Eigentum gehörten. Nur in kurzen Unterbrechungen im 17. und 18. Jahrhundert übernahm das örtliche Hospital die Verwaltung. Die Nähe zum Arno blieb das größte Problem: Wiederholte Überschwemmungen beschädigten das Fundament und die unteren Teile der Fassade. Im 19. Jahrhundert, nach der Einigung Italiens, wurde die Situation kritisch.

Der Umzug Stein für Stein (1871–1884)
1871 beschloss die Stadtgemeinde Pisa eine radikale Maßnahme: Die Kirche sollte vollständig abgetragen und an einem höheren Standort neu aufgebaut werden. Der Architekt Vincenzo Micheli leitete die Arbeiten, die von der Akademie der Schönen Künste Pisa genehmigt worden waren. Zwischen 1871 und 1884 wurde die Kirche Stein für Stein demontiert, auf drei Stufen erhöht (ca. 1 Meter über dem ursprünglichen Niveau), die Mauern um einen Meter aufgestockt und die Originalstatuen durch Gipsabgüsse ersetzt. Die Sakristei, die ursprünglich zum Arno hin lag, wurde nicht wieder aufgebaut. Das Ergebnis war eine Kirche, die zwar gerettet, aber in einigen Details verändert worden war. Der englische Kunstkritiker John Ruskin (1819–1900), der Pisa 1872 besuchte, war entsetzt: Er schwang seinen Spazierstock in der Luft und äußerte öffentlich seinen Unmut über den Eingriff – eine Reaktion, die in der Kunstgeschichte als frühes Beispiel für die Debatte über Denkmalpflege versus Restaurierung gilt. Die Originalstatuen wurden 1996 endgültig in das Museo Nazionale di San Matteo überführt, wo sie heute unter kontrollierten Bedingungen aufbewahrt werden.

Die Kirche heute – Ausstellungsraum und Kulturdenkmal
Heute ist die Santa Maria della Spina kein aktiver Gottesdienstraum mehr, sondern ein kommunaler Ausstellungsraum, der für temporäre Kunstausstellungen genutzt wird. Die Kirche gehört der Stadtgemeinde Pisa und wird von dieser verwaltet. Die Öffnungszeiten sind unregelmäßig und hängen von laufenden Ausstellungen ab; es empfiehlt sich, vorab beim Tourismusbüro der Stadt Pisa zu prüfen, ob die Kirche geöffnet ist. Der Eintritt ist frei; Spenden zur Erhaltung des Bauwerks sind willkommen.

Architektur & Besonderheiten

Die Fassade – Ein Lehrbuch der Pisaner Gotik
Die Fassade der Santa Maria della Spina ist das dichteste Ensemble gotischer Skulptur in der Toskana. Das Gebäude hat einen rechteckigen Grundriss und ist parallel zum Arno ausgerichtet; die dem Fluss zugewandte Südseite ist die reichste und am besten erhaltene. Die gesamte Außenhülle ist aus weißem Carrara-Marmor gebaut, mit polychromen Marmorstreifen in den unteren Wandzonen. Die Fassade ist gegliedert durch:

  • Spitzen und Wimperge (cusps und tympani) über allen Öffnungen
  • Tabernakel mit Statuen an allen Seiten
  • Rosetten und Maßwerk in den Giebeln
  • Dreizehn Apostelstatuen an der Südseite (Lupo di Francesco-Werkstatt)
  • Evangelistensymbole an der Ostseite
  • Pyramidenförmige Spitzen mit der Madonna mit Kind zwischen zwei Engeln von Nino Pisano

Die Westfassade (Haupteingang) zeigt zwei Portale mit Rundbögen, zwischen denen ein Tabernakel mit der Madonna mit Kind und zwei Engeln steht – Giovanni Pisano zugeschrieben. Darüber befinden sich zwei Nischen mit der Verkündigung (Annunciation) und dem Erlöser, Werke der Andrea-Pisano-Schule. Die Südseite ist die spektakulärste: Eine Galerie von dreizehn Apostelstatuen in Nischen, dazwischen Wimperge mit kleinen Heiligen- und Engelsstatuen von Nino Pisanos Werkstatt; in der rechten Pfeilerkapelle eine Madonna mit Kind von Giovanni di Balduccio.

Wichtiger Hinweis: Alle heute sichtbaren Statuen sind Kopien – die Originale wurden 1996 in das Museo Nazionale di San Matteo überführt, um sie vor Witterungsschäden zu schützen. Wer die Originalwerke sehen möchte, muss das Museum besuchen.

Das Innere – Schlichte Bühne für ein Meisterwerk
Das Innere der Santa Maria della Spina bildet einen bewussten Kontrast zur überwältigenden Außenfassade: ein einschiffiger Raum mit bemalter Holzdecke (19. Jahrhundert) und zweifarbigen Marmorstreifen an den Wänden. Im Zentrum des kleinen Presbyteriums steht das Hauptwerk des Innenraums: die Madonna della Rosa (Madonna of the Rose) von Andrea und Nino Pisano (1343–1348) – eine der bedeutendsten gotischen Skulpturen Italiens. Die Madonna hält das Kind auf dem linken Arm und eine Rose in der rechten Hand; zu ihrer Seite stehen Heiliger Petrus und Johannes der Täufer von Nino und Tommaso Pisano. An der linken Wand befindet sich der Tabernakel von Stagio Stagi (1534), in dem einst die Dornreliquie aufbewahrt wurde. An der Gegenfassade hängt eine Kopie der Madonna del Latte von Andrea Pisano (1343–1348) – das Original ist ebenfalls im Museo Nazionale di San Matteo und gilt als Ikone der Stadt Pisa.

Highlights & Erlebnisse

Die Skulpturen der Pisano-Familie
Die Santa Maria della Spina ist das einzige Bauwerk in Pisa, an dem Werke von drei Generationen der Pisano-Familie gleichzeitig zu sehen sind: Giovanni Pisano (ca. 1248–1315), der bedeutendste gotische Bildhauer Italiens, schuf die Madonna mit Kind und zwei Engeln am Westportal; sein Schüler Lupo di Francesco leitete die Erweiterungsarbeiten ab 1322 und schuf die Apostelgalerie der Südseite; Andrea Pisano (ca. 1290–1348) und sein Sohn Nino Pisano (ca. 1315–1368) schufen die Innenausstattung, darunter die Madonna della Rosa – das Hauptwerk des Innenraums. Diese Konzentration von Werken der bedeutendsten Pisaner Bildhauer auf engstem Raum macht die Kirche zu einem einzigartigen Dokument der toskanischen Skulptur des 14. Jahrhunderts.

Die Spiegelung im Arno – Das schönste Fotomotiv Pisas
Die Santa Maria della Spina ist eines der meistfotografierten Motive in Pisa – und das zu Recht. Bei ruhigem Wasser spiegelt sich die weiße Marmorfassade im Arno und verdoppelt die Wirkung des Bauwerks. Die beste Fotozeit ist der frühe Morgen, wenn das Licht von Osten auf die Südfassade fällt und die Skulpturen plastisch hervortreten. Abends wird die Kirche flutbeleuchtet und wirkt wie ein leuchtendes Märchenschloss gegen den dunklen Nachthimmel – eines der schönsten Nachtmotive der Stadt.

Tipp:
Mit einer Kayak-Tour auf dem Arno lässt sich die Santa Maria della Spina vom Wasser aus erleben – der einzige Blickwinkel, aus dem das Bauwerk seine volle Wirkung entfaltet – bei Getyourguider buchen.

Die Originalstatuen im Museo Nazionale di San Matteo
Wer die Originalstatuen der Santa Maria della Spina sehen möchte, muss das Museo Nazionale di San Matteo besuchen – ca. 10 Gehminuten vom Lungarno Gambacorti entfernt. Seit 1996 werden die Originale dort unter kontrollierten Bedingungen aufbewahrt; die Kirche zeigt nur Kopien. Das Museum beherbergt außerdem die Madonna del Latte von Andrea Pisano und die Sacra Conversazione von Giovanni Antonio Bazzi (Sodoma) – zwei weitere Hauptwerke, die ursprünglich in der Spina waren. Der Besuch des Museums ist die ideale Ergänzung zum Kirchenbesuch: Wer zuerst die Kopien an der Kirche studiert und dann die Originale im Museum sieht, versteht die Qualität der Pisaner Skulptur des 14. Jahrhunderts auf eine Weise, die kein Kunstbuch vermitteln kann.

John Ruskin und die Debatte über Denkmalpflege
Die Geschichte des Umzugs der Santa Maria della Spina (1871–1884) ist ein frühes Kapitel in der Geschichte der modernen Denkmalpflege. John Ruskin (1819–1900), der bedeutendste Kunstkritiker des viktorianischen England und Autor von The Stones of Venice, besuchte Pisa 1872 und war entsetzt über den Eingriff: Er schwang seinen Spazierstock in der Luft und äußerte öffentlich seinen Unmut. Ruskins Reaktion war kein bloßer Affekt, sondern Ausdruck einer grundsätzlichen Position: Er glaubte, dass ein historisches Bauwerk nicht restauriert, sondern nur konserviert werden dürfe – dass jeder Eingriff, der über die Erhaltung des Bestehenden hinausgeht, eine Fälschung sei. Die Debatte um die Spina ist damit ein Vorläufer der modernen Charta von Venedig (1964), die die Grundsätze der internationalen Denkmalpflege kodifiziert.

Santa Maria della Spina in Bildern und Videos

Umgebung & Kombinations-Tipps

Die Santa Maria della Spina liegt am Lungarno Gambacorti, ca. 50 Meter von der Ponte Solferino entfernt – der Brücke, über die man vom Campo dei Miracoli kommend den Arno überquert. Der Spaziergang vom Schiefen Turm zur Spina dauert ca. 15 Minuten und führt durch das Botanische Universitätsgarten (ältester Universitätsgarten der Welt, gegründet 1544) und entlang der Via Roma. Die Kombination Piazza dei Miracoli → Botanischer Garten → Santa Maria della Spina ist der klassische Pisa-Spaziergang für Besucher, die mehr sehen wollen als den Schiefen Turm.

In unmittelbarer Nähe der Spina liegen der Palazzo Blu (ca. 250 m, Kulturzentrum mit wechselnden Ausstellungen) und das Museo Nazionale di San Matteo (ca. 500 m, Originalstatuen der Spina). Wer einen vollen Pisa-Tag plant, kann morgens die Piazza dei Miracoli besuchen, mittags die Spina und den Palazzo Blu und nachmittags das Museo Nazionale di San Matteo – ein Programm, das die gesamte Bandbreite der Pisaner Kunst vom 12. bis zum 17. Jahrhundert abdeckt.


Die E-Fahrzeug-Tour „Pisa: Beyond the Tower" führt zu 11 Stops abseits der Touristenpfade – darunter die Santa Maria della Spina, der Palazzo Blu und die mittelalterlichen Stadtmauern. Ideal für alle, die Pisa jenseits des Schiefen Turms entdecken möchten – bei Viator buchen (5,0★, 239 Bewertungen).

Bedeutung heute

Die Santa Maria della Spina ist heute eines der meistfotografierten Motive in Pisa – und gleichzeitig eines der am wenigsten besuchten Innenräume. Die meisten Touristen fotografieren die Fassade vom Lungarno aus und gehen weiter; nur wenige nehmen sich die Zeit, die Kirche zu betreten und die Madonna della Rosa zu sehen. Das ist ein Verlust: Das Innere der Spina ist zwar schlicht, aber die Skulpturengruppe von Andrea und Nino Pisano gehört zu den bedeutendsten gotischen Bildwerken Italiens – vergleichbar in Qualität und Bedeutung mit den Werken, die in den großen Museen der Stadt aufbewahrt werden.

International wird die Santa Maria della Spina als eines der schönsten Beispiele der Pisaner Gotik anerkannt – einem Stil, der in der Kunstgeschichte oft im Schatten der französischen Hochgotik steht, aber in seiner Verbindung von architektonischer Präzision und skulpturaler Qualität einmalig ist. Die Kirche ist auf Viator als #8 der Top-Attraktionen in Pisa gelistet – hinter dem Schiefen Turm und der Piazza dei Miracoli, aber vor vielen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Für die Pisaner Stadtentwicklung ist die Spina ein wichtiges Symbol: Sie steht für das Pisa jenseits des Schiefen Turms – für eine Stadt, die im Mittelalter eine der bedeutendsten Kunstzentren Italiens war und deren Erbe weit über die Piazza dei Miracoli hinausreicht.

Besuch planen

Die Santa Maria della Spina hat unregelmäßige Öffnungszeiten, die von laufenden Ausstellungen abhängen. Aktuelle Informationen sind beim Tourismusbüro der Stadt Pisa erhältlich. Als Richtwert gilt: Mo–Sa ca. 10:00–17:00 Uhr; sonntags und an Feiertagen geschlossen. Der Eintritt ist frei; Spenden zur Erhaltung des Bauwerks sind willkommen. Auch wenn die Kirche geschlossen ist, lohnt sich der Besuch: Die Fassade ist jederzeit zugänglich und bietet eines der schönsten Fotomotive Pisas.

Anreise: Die Santa Maria della Spina liegt am Lungarno Gambacorti 50, ca. 15 Gehminuten vom Campo dei Miracoli entfernt. Vom Bahnhof Pisa Centrale sind es ca. 20 Gehminuten oder ca. 10 Minuten mit dem Bus (Linie D, Haltestelle Pitti). Die Ponte Solferino ist der natürliche Fußweg vom nördlichen Stadtzentrum zur Spina. Das historische Zentrum ist Fahrverbotszone (ZTL); Parken ist eingeschränkt.

Praktische Hinweise: Die Kirche ist rollstuhlzugänglich (Rampe am Eingang). Fotografieren ist gestattet. Die empfohlene Besuchsdauer beträgt 20–30 Minuten für die Fassade und 30–45 Minuten inklusive Innenraum. Die beste Fotozeit für die Fassade ist der frühe Morgen (Licht von Osten); abends ist die Kirche flutbeleuchtet. Für die Spiegelung im Arno sind windstille Tage ideal.

Pisa entdecken – Touren mit Santa Maria della Spina

Der Eintritt in die Santa Maria della Spina ist frei. Für einen vollständigen Pisa-Tag empfehlen wir eine der folgenden Touren:

Hinweis: Diese Links sind Affiliate-Links. Du zahlst keinen Aufpreis, wir erhalten eine kleine Provision. Der Eintritt in die Santa Maria della Spina ist frei – Spenden zur Erhaltung des Bauwerks sind willkommen.

Warum lohnt sich der Besuch?

Die Santa Maria della Spina ist für alle Besucher unverzichtbar, die Pisa jenseits des Schiefen Turms entdecken möchten. Sie ist das schönste gotische Bauwerk der Stadt – kleiner als der Dom, aber in seiner skulpturalen Dichte und Qualität einzigartiger. Der Eintritt ist frei; die Kirche ist in 15 Gehminuten vom Campo dei Miracoli erreichbar; und die Fassade ist jederzeit zugänglich, auch wenn die Kirche geschlossen ist.

Für Kunstinteressierte ist die Spina ein Pflichtbesuch: Die Skulpturen der Pisano-Familie – Giovanni, Andrea, Nino – sind hier in einer Konzentration versammelt, die sonst nur in Museen zu finden ist. Für Fotografen ist die Spiegelung im Arno eines der schönsten Motive der Toskana. Für Wiederholungsbesucher in Pisa, die die Piazza dei Miracoli bereits kennen, ist die Spina die überraschendste Entdeckung der Stadt. Und für alle, die Pisa nur als Tagesausflug kennen, ist sie der Beweis, dass diese Stadt weit mehr zu bieten hat als einen schiefen Turm.

FAQ zu Santa Maria della Spina in Pisa

loader-image

Die Santa Maria della Spina ist eine kleine gotische Kirche am Lungarno Gambacorti in Pisa, direkt am Ufer des Arno. Sie gilt als eines der schönsten Beispiele der Pisaner Gotik und ist bekannt für ihre reich verzierte Marmorfassade mit Skulpturen von Giovanni Pisano, Andrea Pisano, Nino Pisano und Lupo di Francesco. Die Kirche wurde 1230 als Oratorium erbaut und 1333 nach einer Dornreliquie aus der Dornenkrone Christi benannt.

Der Name bedeutet „vom Dorn" und bezieht sich auf eine Reliquie – einen Dorn aus der Dornenkrone Christi – die 1333 in die Kirche gebracht wurde. Die Reliquie befindet sich heute nicht mehr in der Spina, sondern in der Chiesa di Santa Chiara an der Via Roma in Pisa.

Für die Fassade sollte man 20–30 Minuten einplanen. Mit dem Innenraum (wenn geöffnet) sind 30–45 Minuten empfehlenswert. Wer anschließend das Museo Nazionale di San Matteo besucht, um die Originalstatuen zu sehen, sollte weitere 1–2 Stunden einplanen.

Außen: Die reich verzierte Marmorfassade mit Skulpturen von Giovanni Pisano, Andrea Pisano, Nino Pisano und Lupo di Francesco (heute Kopien; Originale im Museo Nazionale di San Matteo). Innen: Die Madonna della Rosa von Andrea und Nino Pisano (1343–1348), der Tabernakel von Stagio Stagi (1534) und eine Kopie der Madonna del Latte von Andrea Pisano.

Die Kirche liegt am Lungarno Gambacorti 50, ca. 15 Gehminuten vom Campo dei Miracoli entfernt. Vom Bahnhof Pisa Centrale sind es ca. 20 Gehminuten oder ca. 10 Minuten mit dem Bus (Linie D). Die Ponte Solferino ist der natürliche Fußweg vom nördlichen Stadtzentrum.

Das ursprüngliche Oratorium wurde um 1230 von der Familie Gualandi erbaut. Die gotische Erweiterung begann ab 1322 unter der Leitung von Lupo di Francesco, mit Beiträgen von Andrea Pisano, Nino Pisano, Giovanni di Balduccio und Werkstätten von Giovanni Pisano. 1871–1884 wurde die Kirche unter Architekt Vincenzo Micheli abgetragen und an einem höheren Standort neu aufgebaut.

Ja – der Eintritt ist frei. Spenden zur Erhaltung des Bauwerks sind willkommen. Die Öffnungszeiten sind unregelmäßig und hängen von laufenden Ausstellungen ab; es empfiehlt sich, vorab beim Tourismusbüro der Stadt Pisa zu prüfen.

Ja – die Fassade ist jederzeit zugänglich und bietet eines der schönsten Fotomotive Pisas. Besonders empfehlenswert sind der frühe Morgen (Licht auf der Südfassade) und der Abend (Flutbeleuchtung). Bei ruhigem Wasser spiegelt sich die Kirche im Arno.

In unmittelbarer Nähe liegen der Palazzo Blu (ca. 250 m), das Museo Nazionale di San Matteo (ca. 500 m, Originalstatuen der Spina) und die Piazza dei Cavalieri (ca. 700 m). Der Campo dei Miracoli ist ca. 15 Gehminuten entfernt.

Fazit

Die Santa Maria della Spina ist der beste Beweis dafür, dass Pisa weit mehr ist als ein schiefer Turm. Sie ist klein, sie ist unbekannt, sie hat unregelmäßige Öffnungszeiten – und sie ist eines der schönsten gotischen Bauwerke Italiens. Wer sich die Zeit nimmt, vom Campo dei Miracoli zum Lungarno Gambacorti zu spazieren und die Fassade in Ruhe zu studieren, wird verstehen, warum Marguerite Blessington sie am liebsten in ihren Garten gestellt hätte. Und wer anschließend das Museo Nazionale di San Matteo besucht, um die Originalstatuen zu sehen, wird Pisa mit anderen Augen verlassen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Pisa

Die Santa Maria della Spina ist nur eine von vielen außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten in Pisa. Wer die Originalstatuen der Kirche sehen
möchte, findet sie im Museo Nazionale di San Matteo. Die Hauptattraktion der Stadt beschreibt unser Artikel zur Piazza dei Miracoli Pisa ausführlich.

Einen umfassenden Überblick bietet unsere Pisa Sehenswürdigkeiten Seite, während die zentrale Übersicht zu den Toskana Sehenswürdigkeiten
die wichtigsten Reiseziele der Region zusammenfasst.

Santa Maria della Spina interessant auch für Andere ? Dann teile es mit Freunden und Bekannten über die bekannten Netzwerke.