
Schon aus der Ebene des Val di Chiana wirkt Cortona Toskana wie ein steinernes Band, das sich an die Hügelkante klammert. Sandfarbene Mauern, Dächer und Türme zeichnen sich klar gegen den Himmel ab, während darunter Felder, Olivenhaine und verstreute Gehöfte die Landschaft rhythmisieren. Je weiter man die Serpentinen hinauf fährt, desto stärker ändert sich die Wahrnehmung: Aus der fernen Silhouette wird eine Stadt aus engen Gassen, kleinen Plätzen und unerwarteten Aussichtsöffnungen, in denen das Tal plötzlich wie ein ausgestelltes Panorama liegt.
Oben in der Altstadt empfängt Cortona mit einer ruhigen, zugleich lebendigen Atmosphäre. Auf der Piazza della Repubblica klirren Tassen, Gespräche verweben sich mit dem Schlagen der Kirchturmuhr, und aus Seitenstraßen strömen Menschen, die Einkäufe erledigen oder auf dem Weg zum Mittagessen sind. Der erste Gang durch die Gassen führt unter Bögen hindurch, über unregelmäßiges Pflaster hinauf zu Bastionen und Kirchen, von denen der Blick immer wieder weit ins Val di Chiana schweift – ein ständiges Spiel aus Nähe und Weite, aus Stadt und Landschaft.
Cortona zählt zu den ältesten Siedlungsorten der Region. Bereits im 8. und 7. Jahrhundert vor Christus existierte hier eine bedeutende etruskische Stadt, deren Spuren bis heute sichtbar sind. Mächtige Mauerreste aus großen Steinblöcken bezeugen die frühere Wehrhaftigkeit, während Funde aus Gräbern und Heiligtümern ein Bild von der religiösen und gesellschaftlichen Bedeutung des Ortes zeichnen. Etruskische Überlieferungen und spätere antike Autoren erwähnen Cortona als wichtigen Punkt im Netz mittelitalischer Städte.
Mit dem römischen Einfluss wandelte sich Cortona, verlor jedoch nie vollständig seine eigenständige Prägung. Häuserstrukturen, Straßenzüge und topografische Bezüge blieben zu einem Teil erhalten und bilden gemeinsam mit römischen und mittelalterlichen Ergänzungen ein dichtes Geflecht. Im Mittelalter entwickelte sich Cortona Toskana zu einer Stadtkommune, die eigene Institutionen schuf, Bündnisse einging und zeitweise eine respektable Rolle im regionalen Machtgefüge spielte, bevor sie stärker unter den Einfluss Florenz’ geriet.
Die Renaissance brachte neue Formen von Repräsentation. Adelsfamilien und kirchliche Institutionen ließen Palazzi errichten oder umbauen, statten Kirchen mit Altären und Kunstwerken aus und prägten damit das Stadtbild bis heute. Im 19. und 20. Jahrhundert verlagerte sich die Bedeutung von Cortona zunehmend in Richtung Kultur, Tourismus und Landwirtschaft. Heute verbindet die Stadt ihr geschichtliches Erbe mit einem ruhigen, zeitgenössischen Leben, in dem Museen, Festivals, Gastronomie und Handwerk eine wichtige Rolle spielen.
Cortona Toskana ist ein exemplarisches Beispiel für eine toskanische Hügelstadt, bei der Topografie und Architektur eng miteinander verzahnt sind. Die Altstadt schmiegt sich an die Südwestflanke des Hügels, Hauptstraßen folgen der Höhenlinie, während steile Gassen, Rampen und Treppen die verschiedenen Niveaus verbinden. Häuser aus Bruchstein, teilweise verputzt, mit hölzernen Fensterläden und Ziegeldächern, ziehen sich dicht an dicht an den Hang.
Das Zentrum bildet die Piazza della Repubblica mit dem Palazzo Comunale, dessen Treppe und Turm die Platzsituation dominieren. In direkter Nachbarschaft öffnet sich die Piazza Signorelli mit dem Teatro Signorelli und dem Zugang zum Museum. Rundherum entspringen schmale Straßen, die sich über unterschiedliche Niveaus ziehen, immer wieder auf kleine Plätze führen, in Sackgassen enden oder sich unvermittelt weiten.
Über dem Stadtkern liegen die Basilica di Santa Margherita und die Fortezza del Girifalco. Die Wege dorthin sind selbst ein architektonischer und landschaftlicher Erfahrungsraum: Mauern wechseln mit Ausblicken, Olivenhaine lösen dichte Bebauung ab, und an manchen Stellen ergibt sich ein nahezu ungestörter Blick von den obersten Häuserzeilen hinunter in das Val di Chiana. Die Verbindung von Stadtstruktur und Landschaft macht einen wesentlichen Teil der Faszination von Cortona aus.
Das MAEC an der Piazza Signorelli ist der zentrale Ort, um die historische Tiefe von Cortona zu verstehen. Etruskische Bronzen, Keramiken, Inschriften und Grabbeigaben stehen neben römischen Objekten, mittelalterlichen Kunstwerken und städtischen Dokumenten. Besonders eindrucksvoll sind fein gearbeitete Bronzetafeln und kunstvolle Sarkophage, die auf den Reichtum der etruskischen Elite hinweisen. Das Museum hält ganztägige Öffnungszeiten mit Mittagspause, die sich je nach Saison verändern; Eintrittspreise bewegen sich im mittleren Bereich mit Ermäßigungen für Kinder, Studierende und Gruppen.
Die Piazza della Repubblica ist der lebendige Mittelpunkt von Cortona Toskana. Der Palazzo Comunale mit seiner breiten Treppe und dem Turm bildet ein markantes Gegengewicht zu den umliegenden Häusern. Tagsüber kreuzen sich hier die Wege von Bewohnern und Besuchern, abends füllen sich die Außentische der Bars. Der Platz ist frei zugänglich; gelegentlich ermöglichen Veranstaltungen oder Ausstellungen einen Blick in Innenräume des Palazzos.
Die Piazza Signorelli wirkt intimer, aber nicht weniger bedeutend. Das Teatro Signorelli mit seiner eleganten Fassade dominiert eine Platzseite; gegenüber befinden sich Cafés und kleinere Geschäfte. Im Inneren des Theaters finden Konzerte, Theaterabende und kulturelle Veranstaltungen statt. Reguläre Öffnungszeiten gibt es in der Regel nur im Zusammenhang mit Programmpunkten oder Führungen; Informationen hängen vor Ort aus und werden von Tourist-Information und Veranstaltern bereitgestellt.
Oberhalb der Altstadt erhebt sich die Basilica di Santa Margherita, die der Stadtpatronin gewidmet ist. Der Innenraum vereint einfache Strukturen mit reicheren Elementen in Altären und Kapellen. Von der Terrasse vor der Basilika blickt man weit über das Val di Chiana und die umliegenden Hügel. Die Kirche ist meist tagsüber geöffnet, gelegentlich mit kurzer Mittagspause; der Eintritt ist kostenfrei, Spenden sind erwünscht.
Die Fortezza del Girifalco thront noch höher über der Stadt und bietet weite Ausblicke in alle Richtungen. Teile der Festung sind zugänglich, andere Bereiche dienen als Kulisse für temporäre Ausstellungen und Kulturveranstaltungen. Für den Zutritt fallen in der Regel Eintrittsgebühren an, deren Höhe sich je nach Programm und Saison leicht unterscheidet. Öffnungszeiten richten sich nach Tageslicht und Veranstaltungen und sollten vorab geprüft werden.
Die Kirche Santa Maria Nuova liegt etwas unterhalb der Altstadt und zeigt eine klare Renaissanceform mit zentral betontem Grundriss. Ihre Position am Hang ermöglicht kurze, aber eindrucksvolle Blicke in die Landschaft. Die Kirche ist häufig tagsüber geöffnet; an manchen Tagen oder zu bestimmten Zeiten können Gottesdienste oder Veranstaltungen zu eingeschränktem Zutritt führen.
In der Umgebung von Cortona befinden sich mehrere etruskische Gräber und archäologische Stellen, die die frühe Geschichte des Ortes erfahrbar machen. Einige der Anlagen sind frei zugänglich, andere können nur im Rahmen geführter Besuche oder zu festgelegten Zeiten betreten werden. Die Entfernungen liegen meist im Bereich weniger Kilometer; Anreise erfolgt mit Auto oder Taxi. Eintrittsbedingungen und Zeiten variieren und werden lokal kommuniziert.
Teilstücke der alten Stadtmauer sind in Cortona Toskana noch heute gut erkennbar. Spaziergänge entlang der Mauern ermöglichen immer wieder den Wechsel zwischen Stadt- und Landschaftsperspektive. Einige Abschnitte sind jederzeit begehbar, andere nur über Wege, die zu bestimmten Zeiten gesperrt sein können. Die Nutzung ist in der Regel kostenlos; einzelne Aussichtspunkte sind in Stadtplänen verzeichnet.
Direkt unterhalb von Cortona zieht sich das Val di Chiana mit Feldern, Kanälen, kleinen Dörfern und verstreuten Höfen. In 10–30 Minuten Fahrzeit erreicht man verschiedene Punkte, von denen aus sich Spaziergänge, kurze Wanderungen oder Fahrten über Nebenstraßen anbieten. Die Landschaft vermittelt ein Bild der Toskana, in dem Landwirtschaft, Wasserläufe und sanfte Hügel eine ruhige, weitläufige Kulisse bilden.
Der Trasimenische See in Umbrien liegt etwa 20–30 Fahrminuten von Cortona entfernt. Orte wie Passignano sul Trasimeno oder Castiglione del Lago bieten Uferpromenaden, kleine Strände, Bootsanleger und Altstadtbereiche. Von Cortona aus lässt sich ein Tagesausflug planen, bei dem Spaziergänge am Wasser, eine Bootsfahrt und ein Abendessen mit Seeblick kombiniert werden können. Die Fahrt führt durch eine Landschaft, in der die Grenze zwischen Toskana und Umbrien kaum wahrnehmbar ist.
In rund 40–50 Minuten erreicht man Arezzo, eine Stadt mit reicher Kunstgeschichte und lebendiger Gegenwart. Die Piazza Grande mit ihrer geneigten Fläche, Kirchen mit Fresken von Piero della Francesca und verschiedene Museen bilden die Hauptanziehungspunkte. Arezzo bietet zugleich eine größere Auswahl an Geschäften und urbanen Angeboten, die den Aufenthalt ergänzen. Von Cortona aus eignet sich ein Tagesausflug, um Kunst, Stadtspaziergänge und Gastronomie zu verbinden.
Montepulciano liegt etwa 40 Kilometer von Cortona entfernt auf einem Hügel über dem Val di Chiana. Der Ort ist für seine Renaissancearchitektur, seine Plätze und den Wein Vino Nobile di Montepulciano bekannt. Enotechen, Verkostungsräume und kleine Läden säumen die Hauptstraße, die zum zentralen Platz hinaufführt. Die Fahrzeit beträgt knapp eine Stunde; der Ausflug verbindet Weinkultur, Architektur und Landschaft.
In einer guten Stunde Fahrzeit erreicht man Pienza, die als „ideale Stadt“ der Renaissance gilt. Der zentrale Platz, die klaren Fassaden und der Blick in das Val d’Orcia erzeugen eine ganz eigene Stimmung. Die umliegende Hügellandschaft mit Kuppen, Zypressenalleen und Gehöften zählt zu den ikonischen Bildern der Toskana. Von Cortona aus lässt sich ein Tag planen, an dem man Pienza mit Fahrten durch das Val d’Orcia verbindet.
Rund eine Stunde bis anderthalb Stunden Fahrzeit trennen Cortona von Assisi, dem berühmten Pilgerort in Umbrien. Basiliken, Klöster und die Gassen der Altstadt erzählen von der Geschichte des heiligen Franziskus und der franziskanischen Bewegung. Die Kombination von Cortona, Trasimenischem See und Assisi bietet eine kleine Route, in der unterschiedliche historische und landschaftliche Schwerpunkte miteinander verbunden werden.
Neben den bekannten Zielen existiert eine Vielzahl kleiner Städte und Dörfer im Umkreis von 30–60 Minuten, etwa in Richtung Chianti-Gebiet oder weiterer Teile der Provinz Arezzo. Sie eignen sich für ruhigere Ausflüge, bei denen weniger die große Sehenswürdigkeit, sondern eher das alltägliche Leben, lokale Feste und einfache Gasthöfe im Vordergrund stehen.
Für einen längeren Aufenthalt stehen in Cortona Toskana verschiedene Unterkunftsarten zur Verfügung – von eleganten Boutique-Hotels in historischen Gebäuden über Landvillen mit Pool bis hin zu kleineren Häusern nahe der Altstadt. Entscheidend ist, Unterkünfte zu wählen, die über etablierte Buchungsportale oder bekannte Veranstalter verfügbar sind, da dort Bewertungen, Stornobedingungen und aktuelle Informationen transparent vorliegen. Eine breite Auswahl findet sich auf Booking.com – Cortona.
Monastero di Cortona Hotel & Spa
In einem ehemaligen Kloster gelegen, verbindet dieses Haus historische Architektur mit moderner Hotelausstattung. Die Zimmer sind in den alten Strukturen eingebettet und behalten dabei die ruhige, abgeschlossene Stimmung des Gebäudes. Im Inneren befinden sich Spa-Bereiche, Aufenthaltsräume und ein Garten, der Rückzugsmöglichkeiten nach Stadtbesichtigungen bietet. Die Lage nahe der Altstadt ermöglicht kurze Wege zu Plätzen, Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Kategorie: hochwertiges Boutique-Hotel im oberen Segment.
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Hotel Villa Marsili
Diese Unterkunft befindet sich in einem historischen Gebäude am Rand der Altstadt, mit weitem Blick über das Val di Chiana. Die Zimmer sind individuell gestaltet, vielfach mit Anklängen an klassische toskanische Interieurs. Durch die Position leicht oberhalb der Ebene ergeben sich eindrucksvolle Ausblicke, während man die Altstadt dennoch bequem zu Fuß erreicht. Das Haus eignet sich besonders für Gäste, die Wert auf Aussicht, persönlichen Service und eine Kombination aus Nähe zum Zentrum und ruhiger Lage legen. Kategorie: Boutique-Hotel, gehobene Klasse.
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Villa di Piazzano – Small Luxury Hotels of the World
Etwas außerhalb von Cortona liegt diese historische Villa inmitten von Gärten und Feldern. Die Anlage bietet Pool, weitläufige Außenbereiche und ein Ambiente, das stark von Landschaft und Geschichte geprägt wird. Zimmer und Suiten sind auf das historische Gebäude und Nebengebäude verteilt, mit Details, die an die Herkunft des Hauses erinnern. Das Hotel eignet sich für Reisende, die Ruhe, ländliche Umgebung und ein hohes Serviceniveau suchen, gleichzeitig aber gerne für Ausflüge nach Cortona und ins Umland aufbrechen. Kategorie: luxuriöse Landvilla.
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Relais Il Falconiere & Spa
Dieses Relais liegt in einem ehemaligen Gutshof im Umland von Cortona, eingebettet in Weinberge und Olivenhaine. Die Zimmer verteilen sich auf verschiedene Gebäude, teilweise mit direktem Bezug zu Gärten und Außenbereichen. Ein Spa-Bereich, Pool und ein Restaurant mit Fokus auf regionaler Küche runden das Angebot ab. Die Lage außerhalb der Stadt sorgt für Ruhe; Cortona bleibt dennoch gut erreichbar. Das Haus ist besonders für Gäste interessant, die Erholung, Kulinarik und Landschaft miteinander verbinden möchten. Kategorie: Relais & Spa, gehobene bis luxuriöse Klasse.
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Relais Villa Baldelli
In einer historischen Villa in ländlicher Umgebung bietet dieses Relais ein ruhiges Ambiente mit Garten, Pool und Blick in die umgebende Landschaft. Die Zimmer kombinieren klassische Einrichtung mit modernen Annehmlichkeiten, gemeinschaftliche Bereiche laden zum Lesen, Entspannen oder zu Gesprächen ein. Die Altstadt von Cortona ist in kurzer Fahrzeit erreichbar, sodass sich Kultur- und Landschaftserlebnisse gut verbinden lassen. Kategorie: charmantes Landhotel im gehobenen Segment.
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